Artikel "Neue Presse": Mehr Lebensqualität für Nierenkranke Hannoverschen Allgemeine vom 17.01.2017

Artikel "Neue Presse": Mehr Lebensqualität für Nierenkranke

Neues MHH-Projekt will Abstimmung mit den Medizinern vor Ort verbessern
Artikel mit freundlicher Genehmigung der Neuen Presse vom 17.01.2017

Mit einem neuen Projekt will die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) die Versorgung von Menschen nach einer Nierentransplantation verbessern. Ziel ist es, dass das neue Organ möglichst lange funktioniert und die Lebensqualität der Betroffenen verbessert wird, so die MHH.
Davon profitieren könnten Patienten wie der sechsjährige Moses, der bisher mit seiner Mutter Katharina Lücke alle zwei Wochen aus dem hessischen Vellmar nach Hannover anreisen muss, nachdem ihm im Dezember 2015 eine Niere transplantiert worden war.

Zentraler Punkt des neuen MHH-Projektes, das den Namen „NTx 360°“ erhalten hat, ist die Einführung eines telemedizinischen Netzwerkes mit elektronischer Patientenakte, auf die Ärzte vor Ort zugreifen können. So können die regelmäßigen Untersuchungen künftig bei Moses’ Ärzten in Hessen statt in Hannover laufen. „Vielleicht könnten wir dann auch einiges hier vor Ort abklären“, hofft Moses’ Mutter Katharina. Das würde den Alltag für den kleinen Jungen ein Stück weiter normalisieren.

Auch der stellvertretende Direktor der MHH-Klinik für Pädiatrische Nierenerkrankungen, Lars Pape, hofft, dass lange Anfahrtswege mit dem neuen Projekt vermieden werden können und die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten verbessert wird.

Auch wichtig: Sportmediziner wollen individuelle Trainingstherapien entwickeln, die über eine App gesteuert und regelmäßig angepasst werden sollen. Patienten nach einer Nierentransplantation sind wegen der langen Krankenphasen und der damit verbundenen Inaktivität im Alltag nur eingeschränkt belastbar. Gerlinde Klingsporn (64) verspricht sich viel vom Trainingsprogramm, auch wenn sie bisher noch nicht die passende Sportart für sich gefunden hat: „Ich bin offen und schaue mal, welche Möglichkeiten es noch gibt.“ überdies werden Psychosomatiker die Patienten unterstützen.

An dem Projekt nehmen zunächst 1000 Patienten teil. Langfristig hoffen die MHH-Ärzte darauf, dass nach der vierjährigen Erprobung in Hannover das Modell in die Regelversorgung übernommen werden kann.

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